Die "Wunderflöte"

(...) Im allgemeinen düften sich alle sogenannten Nasenflöten - mit einer einzigen sicheren Ausnahmen - entsprechenden Mundflöten zuordnen lassen. Das gilt für gewisse Instrumente aus Amerika, Indien, Indonesien, Neu-Guinea, Neu-Kaledonien, Neuseeland und Afrika. Als einzige Ausnahme dürfte eine deutsche Nasenflöte bestehen bleiben, die m.W. der wissenschaftlichen Literatur bisher unbekannt war. Sie allein ist dem Nasenspiel derartig angepaßt, daß sich ihr kein Mundinstrument eng an die Seite stellen läßt, da der Mundhöhle während des Spiels eine besondere Aufgabe zufällt. Das als Nasen- oder Wunderflöte bezeichnete kleine Instrument ist von eigenartiger Konstruktion. Es stellt eine Spaltflöte dar, bei der die Mundhöhle als Resonanzraum wirkt. Das Bespielen ist, sofern die Regulierung des Nasenatems keine Schwierigkeiten macht, ebenso leicht wie Singen. Der Tonumfang ist verhältnismäßig groß, der Ton wie bei allen nasengeblasenen Instrumenten leise, aber nicht unangenehm. (...)

ex: Siegfried Wolf, "Zum Problem der Nasenflöte", Abhandlungen und Berichte aus den staatlichen Museen für Tierkunde und Völkerkunde, Leipzig 1941, S. 28f
 
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